Aufgeben war nie eine Option!!

Laufabteilung unterwegs zu neuen Zielen

Auch in diesem Jahr wurde das Sprichwort „wenn Engel reisen, lacht der Himmel“ wieder einmal voll bestätigt. Vielleicht liegt es daran, dass wir immer unseren eigenen Teufel mit Namen Wilhelm Hermsen im Gepäck haben.

Es begann alles im Jahr 2015 mit einer gemeinsamen verrückten Idee von Wilhelm Hermsen – Leiter der Laufabteilung - und Holger Beernink – Inhaber der Firma Promestec. Sie planten einen Staffellauf von der Industriemesse in Hannover zum Rathaus nach Schüttorf - 240km in 24 Stunden. Bei strahlendem Sonnenschein absolvierte jede(r) „Mitläufer(in)“ ihre/seine vorgegebenen Kilometer und der Schüttorfer Ziegenbrunnen wurde pünktlich erreicht.

Wir dachten dieses Event ist nicht zu toppen, wurden 2016 aber eines Besseren belehrt. Der Plan sah vor, von Schüttorf in den Harz und zwar bis auf den Brocken hinauf zu laufen. Natürlich nicht auf direktem Wege, sondern so, dass 360km in 36 Stunden zurückgelegt werden konnten. Auch diese Herausforderung meisterten wir gemeinsam als Team bei herrlichem Wetter und mit (fast) durchgehend bester Stimmung.

Nun waren wir uns eigentlich einig, das Limit war erreicht. Eine weitere Nacht ohne Schlaf wird nicht funktionieren. Wir hatten die Rechnung aber ohne Willi gemacht. Schlimmer geht immer. Es kam wie abgesprochen zwar keine Nacht dazu, sondern wir starteten 2017 einfach am frühen Morgen. 550 Km sollten in 55 Stunden absolviert werden. Es ging mit kleinen Umwegen nach Berlin! Bei zeitweise unerträglicher Hitze lief jeder das vorher festgelegte Pensum. Alle hatten hinterher zwischen 80 und 100km in den Beinen -  eine tolle Teamleistung.

Alle drei Events liefen dank hervorragender Planung perfekt, aber es stand eigentlich fest, dass sie nicht mehr zu toppen sein können. Aber wer Willi kennt, weiß, dass es immer relativ schnell neue Pläne gibt. So auch in diesem Jahr.

Am 08. Juni starteten wir - dieses Mal mit dem Auto - zum Gardasee. Acht Tage mit vielen sportlichen Aktivitäten lagen vor uns. Am Samstagmorgen erreichten wir Riva del Garda und gönnten uns bei herrlichem Sonnenschein einen ersten Cappuccino am See. Später bezogen wir unser Quartier in einem Appartementhaus direkt oberhalb des Sees - 202 Stufen oder 800m bergauf. Mindestens 4-mal täglich lag dieser Aufstieg vor uns, meistens nach ausgiebigen Sporteinheiten am Seeufer.

Unser Tag begann oft  mit einem Lauf am wunderschönen Seeufer entlang, mit herrlichem Blick auf die Berge und einem erfrischenden Bad im See oder im hauseigenen Pool. Danach trafen wir uns zum gemeinsamen, ausgiebigen Frühstück auf der Terrasse. Bei herrlichen Temperaturen, leckerem Kaffee und vielen italienischen Spezialitäten konnte so der Tag in Ruhe beginnen und der weitere Verlauf geplant werden. Diverse Ausflüge standen zur Auswahl und nach dem Frühstück machten wir uns gemeinsam auf den Weg, die Region zu erkunden. Wie es sich für die Angehörigen einer Laufabteilung gehört, wurde natürlich hauptsächlich zu Fuß gegangen. Nur bei Seeüberquerungen mussten wir notgedrungen mangels fehlender Fähigkeiten ein Schiff zur Hilfe nehmen. Unsere Schrittzähler hatten Hochsaison. 32.000 Schritte war schnell nichts Erwähnenswertes mehr - ein quasi normaler Wert. Unser Rekord lag am Ende pro Person bei 48.000 Schritten innerhalb von 24 Stunden.

Abends trafen wir uns gegen 17:00 Uhr dann zu einer weiteren lockeren Sporteinheit am See, liefen bergauf und –ab durch die nahegelegenen Olivenhaine oder sprinteten die Wege hoch.

Aber auch das gemütliche Beisammensein kam nicht zu kurz. Unten im Ort gab es direkt am See sehr schöne Lokale. Pizza, Pasta und Salate in allen Variationen standen zur Auswahl. Zum Abschluss gab es dann ein leckeres italienisches Eis, um den Aufstieg zur Unterkunft zu versüßen. Außerdem benötigten wir dringend die Zusatzkalorien, um nicht vom Fleische zu fallen.

Für den Abschlusstag war dann als Highlight ein ganz besonderer Lauf geplant, für den wir uns mit großem Respekt an den Tagen vorher fit gemacht hatten. Wir wollten die sogenannte  Ponale bezwingen. Dieser Weg wird bevorzugt von Mountainbikern befahren, die in einem Höllentempo den Berg herunterrasen. Aber wie jeder weiß, bergab gibt es nur in Kombination mit bergauf. Nach einem lockeren Lauf zum Fuße der Ponale mussten wir dann zunächst eine etwa 8km lange Strecke den Berg hinauf laufen. Aber wir waren ja Dank Trainer Willi  sehr gut vorbereitet. Es war zwar sehr anstrengend und die Steigungen schienen sich endlos zu ziehen, aber wir schafften es alle, oben anzukommen. Als Lohn wartete eine fantastische Aussicht, die wir kurz genossen, um dann ehe die Beine ihre weitere Mitarbeit verweigerten, wieder zurück ins Tal zu laufen. Unser Höllentempo war gefühlt ähnlich wie das der Biker. Am Ende standen 18km auf unseren Uhren. Zufrieden und glücklich konnten wir feststellen, dass wir wirklich gut vorbereitet waren. Aufgeben war für niemanden eine Option.

Den letzten gemütlichen Abend in lauer Sommerluft draußen am See konnten wir so richtig genießen. Das Essen schmeckte wieder hervorragend und auch das obligatorische Abschlusseis war köstlich.

Eine perfekt geplante Woche mit einer tollen Truppe ging leider viel zu schnell zu Ende.

Wir sind uns allerdings einig: Riva del Garda sieht uns im nächsten Jahr wieder. Willis Planungen laufen bereits an. Vielleicht beginnen wir dann ja mit dem Lauf der Ponale. Herausforderungen sind schließlich dafür da, gemeistert zu werden.

Willi und Heike, wir bedanken uns für diese traumhafte Woche! Danke für eure tollen, abwechslungsreichen Ideen. Ohne euch wäre uns in der Laufabteilung wahrscheinlich langweilig.

Margrit Vosskötter & Ellen Ellguth

Bildegallerie

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